Fit mit Kraut

"Eben geht mit einem Teller Witwe Bolte in den Keller, dass sie von dem Sauerkohle eine Portion sich hole, wofür sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt." Mit diesen Worten setzte bereits Wilhelm Busch in seinem Klassiker 'Max und Moritz' dem Sauerkraut ein literarisches Denkmal. Heute erlebt das ehemalige 'Arme-Leute-Essen' eine wahre Renaissance und hält sogar Einzug in die gehobene Küche.

Fit mit Kraut

Kraut ist nicht gleich Kraut. Weißkraut, Rotkohl, Rosenkohl, Wirsing, Grünkohl oder Blumenkohl - die Liste der gesunden Kohlköpfe ist lang. Entsprechend vielseitig und abwechslungsreich lässt sich der Speiseplan mit dem heimischen Gemüse gestalten. Kohl hat vor allem im Winter Hochkonjunktur und versorgt uns in der kalten Jahreszeit mit vielen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Ganz klassisch zubereitet kommt Kohl in Form von Sauerkraut auf den Tisch.

Fit mit Sauerkraut
Die deutsche Küche ist fast untrennbar mit dem Sauerkraut verbunden. Denn wer könnte sich Eisbein oder Kassler ohne das schmackhafte Kraut vorstellen? Doch das Kraut ist nicht nur lecker, sondern enthält auch viel wichtiges Vitamin C. Nicht ohne Grund nahmen es die Seefahrer mit an Bord, um die gefürchtete Mangelerkrankung Skorbut zu bekämpfen.

Neben einem hohen Vitamin C-Gehalt punktet das deftige Kraut mit weiteren Vorteilen: Sauerkraut ist sehr kalorienarm und verliert dank der Milchsäure-Gärung recht wenig an gesunden Inhaltsstoffen. Der hohe Milchsäureanteil wirkt sich zudem positiv auf die Darmflora aus und steigert das allgemeine Wohlbefinden. Darüber hinaus soll Sauerkraut auch Darmkrebs vorbeugen.

Sauerkraut selbst gemacht
Sauerkraut wird aus Weißkraut hergestellt. Dazu werden die Kohlköpfe, die meist im Oktober und November geerntet werden, in feine Streifen gehobelt. Schichten Sie anschließend das Kraut in einen glasierten Tontopf. Jede Schicht Weißkohl sollten Sie mit einer Handvoll Salz bestreuen (für 10 Kilogramm Weißkohl rechnet man ca. 60 Gramm Salz). Würzen Sie mit Wacholderbeeren, Kümmel oder Dill. Anschließend sollten Sie das Gemüse solange stampfen, bis Flüssigkeit austritt. Der Kohlsaft sollte zwei bis drei Zentimeter über dem Kraut stehen. Legen Sie abschließend ein Holzbrett auf den Kohl und beschweren Sie es mit einem schweren Gegenstand oder einem Stein. Die Gärung kommt nur in Gang, wenn keine Luft in den Topf gelangt. Lagern Sie das Kraut bei Raumtemperatur zirka 14 Tage.

Tippt: Wer Sauerkraut schlecht verträgt, der sollte dem Kraut während dem Kochen etwas Kümmel zugeben. Kümmel passt geschmacklich sehr gut zu dem deftigen Kraut und wirkt sich positiv auf die Verdauung aus.

Feines Kraut
Sauerkraut schmeckt nicht nur als Beilage zu deftigen Gerichten, sondern lässt sich auch als Salat roh genießen. Rohes Sauerkraut enthält besonders viel Vitamin C und  Folsäure. Kochen Sie das Sauerkraut, so lässt es sich mit einem Schuss Weißwein, etwas Sekt, feingeschnittenen Äpfeln, Zwiebeln oder Gewürzen verfeinern.

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