Köstliche Sprossenzucht

Wer im Winter frisches Gemüse essen will und auf lange transportierte, CO2-belastende und vitaminarme Ware verzichten will, findet im Supermarkt nur ein begrenztes Angebot. Kohl- und Wurzelgemüse sowie Wintersalate sind die typischen deutschen Produkte der kalten Jahreszeit. Bereichern Sie doch Ihren Speiseplan ganz einfach mit frischen Sprossen und Keimlingen! Die lassen sich nämlich ganz leicht auf der Fensterbank ziehen, bereichern Ihren Speiseplan und sind obendrein richtige Vitamin- und Mineralstoffpakete.

Sprossen züchten

So einfach geht's!
Sprossen und Keimlinge zu ziehen ist wirklich kinderleicht. Einige lassen sich auf Küchenkrepp oder Watte ziehen, andere brauchen Keimgläser oder -schalen oder auch ein einfaches Einmachglas.

Auf Krepppapier
Noch aus Kindheitstagen kennen wir sie: Die selbstgezogene Kresse vom Fensterbrett auf Watte oder Papier. Dazu eine flache Schale mit Küchenpapier auslegen, die Samen gleichmäßig dünn und mit etwas Abstand darauf streuen und vorsichtig mit lauwarmem Wasser gießen. Das Küchenpapier bzw. die Watte muss immer gut feucht (aber nicht nass!) gehalten werden. Diese Methode eignet sich besonders für kleine Samen, die eine Schleimschicht bilden, wie Kresse oder Leinsamen.

In der Keimschale oder im Einmachglas
In vielen Bioläden und im Reformhaus kann man spezielle mehretagige Keimgeräte kaufen. Sie sind bei größeren Mengen und wenn man verschiedene Sorten getrennt voneinander ziehen will, durchaus praktisch. Die Schalen werden übereinander gestapelt, zum Bewässern gießt man in die oberste Schale das Wasser, das dann bis nach unten in eine Auffangschale durchläuft. Außerdem gibt es im Handel spezielle Keimgläser.

Ganz einfach lässt sich ein Keimglas auch durch ein Weckglas ersetzen. Dazu die in einem Sieb gründlich abgespülten und abgetropften Samen ins Glas füllen, Mull oder Gaze über die Öffnung spannen und mit einem Gummi befestigen.

Egal für welche Methode Sie sich entscheiden: 20 bis 22 °C (nicht auf die Heizung!) ist die ideale Keimtemperatur. Je nach Sorte müssen die Samen in Wasser eingeweicht werden, bevor Sie in die Keimschale wandern. Nach drei bis zehn Tagen kann geerntet werden. Die leckeren Pflänzchen verfeinern dann wunderbar Kräuterquark, Salate, Eierspeisen und vieles mehr.

Wichtig: Nehmen Sie pro Gefäß immer nur ein bis zwei Esslöffel Samen. Spülen Sie diese in einem feinmaschigen Sieb gut ab. Auch wenn im Keimgerät ein feuchtes Klima herrscht, ist regelmäßiges Spülen im Sieb oberstes Gebot (2 x täglich), um Schimmel- und Bakterienbefall zu vermeiden. Ebenso ist peinliche Sauberkeit im Umgang mit Samen und Keimgeräten unabdingbar. Bei Schimmelfall die Kultur entsorgen!

Beliebte Keimlinge
Kresse
ist wirklich spielend einfach zu ziehen, und wenn man sie stets gut feucht hält, kann gar nichts schief gehen. Nach gut einer Woche kann geerntet werden. Dazu die Kresse mit einer Küchenschere dicht über dem Boden abschneiden. Sie ist reich an Vitamin B und C und dadurch ein echtes Powerkraut.

Genauso wie Kresse sind auch Senf, Bockshornklee, Rettich und Radieschen scharf pikante Sprossen. Sie müssen im Keimglas oder Keimgerät gezogen werden. Ihre Keimdauer ist recht unterschiedlich, zwischen fünf und zehn Tagen. Rettich und Radieschen bilden ganz feine Faserwürzelchen aus, die nicht mit Schimmel verwechselt werden sollten. Durch ihre antibakteriellen Wirkstoffe, können sie den Befall mit Bakterien etwas eindämmen. Bockshornklee ist für die Gesundheit ein echter Allrounder, sein Aroma erinnert ein wenig an Curry.

Die milden, leicht nussig schmeckenden Alfalfa-Sprossen können nach rund einer Woche geerntet werden. Die Blättchen sollten sich schon deutlich ausgebildet haben. Alfalfa ist reich an Kalium und Phosphor und an sekundären Pflanzenstoffen, die eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben.

Sojasprossen, auch Mungbohnen genannt, kennt fast jeder aus dem Asia-Restaurant. Sie sind nach rund vier Tagen erntereif und schmecken mild, ein wenig nach rohen Erbsen. Sie sollten vor dem Verzehr blanchiert werden. Dasselbe gilt für Erbsen-, Kichererbsen- und Linsensprossen.

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