Pilze sammeln

Eigentlich ist das ganze Jahr über Pilzsaison. Lediglich Frost und zu lange Trockenperioden vertragen Pilze nicht. Im Sommer sprießen die kleinen Waldbewohner nach einem ergiebigen Regenguss aus dem Boden und Pilzsammler haben ihre Freude daran.

Pilze sind gesund
Pilze schmecken nicht nur einzigartig, sie sind auch gesund und kalorienarm. 100 Gramm Waldpilze kommen aufgrund ihres hohen Wassergehaltes gerade mal auf 20 kcal. Dieser kaum nennenswerte Kaloriengehalt ist vergleichbar mit dem vom Spargel und ideal für die schlanke Linie. Reich an Eiweiß können Pilze es mit jedem Fleischgericht aufnehmen. Vorteil: Sie sind leicht verdaulich und liefern Mineralstoffe wie zum Beispiel Kalzium und Magnesium und Vitamin D sowie B-Vitamine.

So sammeln Sie richtig
Die Ausrüstung zum Pilze sammeln ist sehr übersichtlich und belastet daher auch gar nicht beim Waldspaziergang. Ein kleines Messer - inzwischen gibt es sogar spezielle Pilzmesser mit gebogener Klinge - sowie ein Korb sind ausreichend. Plastiktüten oder Stofftaschen eignen sich weniger, da das edle Sammelgut darin leicht zerdrückt und matschig wird und schneller verdirbt. Die Pilze können dadurch ungenießbar und im schlimmsten Fall auch unverträglich werden.

Richtiges Abschneiden
Sammeln Sie nur Pilze, die einen frischen, festen und nicht durchweichten Eindruck machen. Weiche Pilze sind schon alt und verderben. Lassen Sie diese stehen - auf diese Weise vermehren sich die Pilze wieder. Auch kleine, junge Exemplare sollten Sie im Wald lassen. Pilze, die sich nach dem Abschneiden als wurmig herausstellen, legt man mit der Fruchtseite nach unten auf dem Boden. So kann dieser noch seine Sporen ausstreuen.

Ein samtig matter Hut ist ein gutes Zeichen für einen frischen Pilz. Entweder drehen Sie die Pilze vorsichtig am Stiel heraus oder Sie schneiden sie mit dem Messer möglichst nah am Boden ab, am besten etwas unterhalb der Laubfläche. Um das unterirdische Pilzgeflecht zu schonen, sollte die Laub- bzw. Moosdecke nicht aufgewirbelt werden. Putzen Sie den Pilz am besten schon vor Ort im Wald, entfernen Sie Erde, Laub oder Nadeln und schneiden Sie unansehnliche Stellen weg, dann halten sie sich am besten.

Vorsicht!
Oberstes Gebot: Finger weg von allen unbekannten Pilzen. Essen Sie nur, was Sie auch ohne den geringsten Zweifel kennen. Pilze sammeln ist keine Mutprobe und der Verzehr unbekannter Sorten kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Immer wieder treten während der Hauptsammelzeiten in Deutschland Pilzvergiftungen auf. Nicht selten ist der Knollenblätterpilz dabei - der giftigste aller Pilze, der von Laien leicht auch mit einem Champignon verwechselt werden kann. Daher: Überprüfen Sie Ihr Sammelgut genau. Es gibt auch die Möglichkeit, bei Unsicherheiten eine Pilzberatungsstelle oder einen Pilzsachverständigen zu befragen. Transportieren Sie in diesem Fall den unbekannten Pilz getrennt von den übrigen. Notfalls gehen Sie auf Nummer sicher und kaufen Zuchtpilze auf dem Markt oder im Supermarkt.

Leckere Gerichte mit Pilzen
Da Pilze von sich aus kaum Kalorien enthalten, können Sie sie - vorausgesetzt Sie wollen keine Diät machen - ruhig auch mal reichhaltiger zubereiten, z. B. mit Sahnesauce, in Butter sautiert oder mit Speck. Die fetthaltigen Zutaten unterstreichen zudem nochmals das feine Waldaroma. Wunderbar schmecken zum Beispiel Steinpilze oder Pfifferlinge zu Spätzle und Pasta. Braunkappen, Ziegenlippen und Birkenpilze eignen sich ideal für ein Pilzragout.

Aufwärmen erlaubt?
Der Irrtum hält sich eisern in den Köpfen und stammt noch aus der Zeit, als man mangels Kühlschrank verschiedene Lebensmittel nur schlecht lagern konnte. Frisch gekochte Pilzgerichte können ruhig nochmals erwärmt werden. Voraussetzung ist immer, dass die gesammelten Pilze frisch waren. Pilze verderben recht schnell und sollten nach dem Sammeln spätestens am nächsten Tag verarbeitet werden. Lagern Sie die Pilze am besten im Gemüsefach Ihres Kühlschrankes.

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