Reiten

Rund 1,6 Millionen Menschen reiten in Deutschland. Zwar schwärmen besonders heranwachsende Mädchen von Pferden, doch eignet sich Reiten als Hobby fürs ganze Leben.

Einstieg: Kein Start im Galopp
Ein Pferd reagiert sensibel auf alle Bewegungen und Signale seines Reiters. Stimme, Schenkeldruck, Gewichtsverlagerung und Zügelführung, evtl. auch die Gerte, leiten es durch die Übungen. Als Einsteiger müssen Sie daher zunächst Anfängerstunden belegen. Nach einer Einführung reiten Sie dabei zunächst an der Longe, einer langen Leine im Kreis. Dabei gilt es, schrittweise Haltung, Balance und Bewegungsabläufe zu erlernen - und natürlich den Umgang mit dem Pferd. Für den Anfang reichen dazu meist lange robuste Kleidung, Reithelm und Trekkingstiefel aus. Für das regelmäßige Reiten empfehlen sich außerdem Reithose, -stiefel und -handschuhe.

Reiten besser als Fitnessstudio
Reiten baut neben der Koordinationsfähigkeit auch das Herz-Kreislauf-System auf sowie die Muskulatur von Bauch, Rücken, Beinen, Po, Armen, Brust, Hals und Schultern. Die Bewegungen werden kraftvoller, der Stütz- und Halteapparat des Oberkörpers leistungsfähiger, der Rücken häufig schmerzfrei und die Figur athletisch. Denn der Körper muss sich ständig den Bewegungen des Pferdes anpassen und diese gleichermaßen steuern - ob im schwungvollen Galopp, im gemütlichen Schritt oder beim Auf und Ab des Trabs. Dabei nehmen Sie fast automatisch die richtige, aufrechte Körperhaltung ein. Bereits die ersten Reiteinheiten machen sofort deutlich, dass man keineswegs passiv im Sattel sitzt, sondern sich zu Recht als Sportler bezeichnen darf.

Therapie für die Seele
Reiten schließt Pflegeaufgaben mit ein - vom Satteln über Striegeln, Trocknen bis hin zum Hufe Auskratzen, Füttern oder Stallausmisten - und natürlich Streicheleinheiten. Der Spaßfaktor und emotionale Ausgleich übersteigt dabei jedes Fitnesstraining: Wer reitet, lernt, Ängste zu bewältigen und die Kontrolle wieder zu erlangen, wird optimistischer, aktiver und übernimmt schneller Verantwortung. Das Pferd spiegelt und erweitert die eigenen psychischen und kommunikativen Möglichkeiten und Grenzen. Kinder und Jugendliche sind daher nachweislich in allen Lebensbereichen motivierter und konzentrierter, wenn sie regelmäßig reiten. Medizinisch wird Reiten (Hippotherapie) u. a. bei schwacher Muskulatur, Fehlhaltungen oder-belastungen des Stütz- und Bewegungsapparates, Stress, Depression und Bewegungsmangel empfohlen, aber auch bei motorischer Schwäche und neurologischen Störungen bis hin zu Spastik, MS, Schlaganfall, Parkinson oder Querschnittslähmung.

Reitdisziplinen von Freizeit- bis Springreiten
Der größten Beliebtheit erfreut sich Freizeitreiten, das besonderen Wert auf eine harmonische Beziehung zum Pferd und vielseitige, naturverbundene Reiteinheiten ohne Wettkampfziele legt. Auch Wanderreiten fällt in diese Kategorie. Beim Dressurreiten muss das Pferd hingegen festgelegte Übungen erlernen. Dabei kommt es vor allem auf Harmonie zwischen Reiter und Tier und fachkundiges Training an. Beim Springreiten werden in möglichst kurzer Zeit Parcours-Hindernisse bis zu 1,60 m Höhe übersprungen. Kraft, Geschicklichkeit, Balance und Rhythmusgefühl müssen dazu bei Pferd und Reiter ausgeprägt sein und miteinander harmonieren. Beim Vielseitigkeitsreiten, früher Military, werden Dressur, Springen und Geländereiten kombiniert. Immer populärer wird auch das Distanzreiten (s. a. www.vdd-aktuell.de) mit Strecken zwischen 32 und 160 km. Weitere Reitstile sind u. a. Jagdreiten (ohne Wild), Voltigieren (Turn- und Gymnastikübungen auf dem Pferd), Fahren, Orientierungs-, Formations-, Kunst- und Westernreiten sowie Pferderennen auf Galopp- oder Trabrennbahnen. Neben Reitturnieren werden auch zunehmend Breitensportwettbewerbe veranstaltet, an denen jede/r teilnehmen kann.

Der erste Schritt zum Reiten
Allerorts bieten Reitvereine und -schulen Anfängerstunden und -kurse für jedermann an. Vereinbaren Sie zunächst eine Probestunde: Bereits beim Betreten eines Reiterhofs erhalten Sie einen ersten Eindruck, ob die Tiere gesund und vital sind und dort professionell und mit Herz gearbeitet wird - oder ob eher Spannung und Chaos herrschen. Viele Reiterhöfe bieten heute ideale Bedingungen für einen erfolgreichen Einstieg das Reiten. Wagen Sie den Start!

Unser Tipp: Weitere Informationen erhalten Sie unter www.pferd-aktuell.de.

Text: www.text-gesundheit.de

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