Wohltuende Dämpfe

Was unsere Urgroßmütter schon verordneten, hilft auch noch heute: ein heißes Bad oder gesunde Dämpfe aus dem Inhalator. Die Inhaltsstoffe und der feuchte Dampf sind gut für die Schleimhäute und wirken Entzündungen entgegen.

Wohltuende Dämpfe

Sinkende Temperaturen und die trockene Heizungsluft sind schuld: Die kalte Jahreszeit bringt schnell mal eine Erkältung mit sich. In stark geheizten Räumen breiten sich Keime und Viren schneller aus, die Schleimhäute der Atemwege trocknen aus, sodass die Reinigungsfunktion der Flimmerhärchen vermindert wird. Inhalationen und Bäder mit Kräutern oder ätherischen Ölen sind dann ein gutes Mittel.

Inhalation
Beim Inhalieren werden heiße Dämpfe eingeatmet. Sie befeuchten die Schleimhäute und helfen beim Abschwellen der Schleimhäute in Nase und Rachen. Die Inhaltsstoffe wie ätherische Öle (z.B. aus Thymian, Salbei, Menthol oder Kamille) oder Salze (Kochsalz oder Meersalz) können über die Schleimhäute gut aufgenommen werden und wirken so entzündungshemmend, schleimlösend und abschwellend.

Inhalator oder Schüssel
In der Apotheke bekommen Sie Inhalatoren mit kleinen Pumpvorrichtungen und unterschiedlichen Aufsätzen für Mund und Nase. Sie haben den Vorteil, dass die Augen nicht den heißen Dämpfen ausgesetzt sind. Diese reagieren auf ätherische Öle und heißes Wasser oftmals sensibel und gereizt.

Die günstigere, dafür etwas weniger effektive Variante: Kochtopf oder Blitzkocher und Handtuch. Das Wasser wird aufgekocht, in eine Schüssel mit Blüten, Kräutern oder ein paar Tropfen ätherischer Öle gegossen und muss zunächst abkühlen, bevor Sie sich darüber beugen (Kopf und Schüssel mit dem Handtuch bedecken) und den heißen Dampf abwechselnd durch Mund und Nase ein- und ausatmen. Sie können zwei bis dreimal täglich fünf Minuten inhalieren. Anschließend sollten Sie sich Ruhe gönnen und sich nicht zu bald kalten Temperaturen aussetzen.

Vorsicht heiß!
Sie sollten auf jeden Fall vorsichtig mit der heißen Flüssigkeit umgehen, um Verbrühungen zu vermeiden, vor allem bei Kindern. Das Wasser darf zum Inhalieren nicht zu heiß sein und sollte auf keinen Fall kochen.

Wohltuende Zusätze
Für eine Salzlösung lösen Sie 5 Gramm Salz in einem halben Liter Wasser auf. Das Wasser sollte kurz aufkochen, anschließend einige Minuten abkühlen lassen. Bei ätherischen Ölen sollten Sie auf die Angaben auf der Packung achten und nicht zu hoch dosieren. Für Asthmatiker und kleine Kinder (ihre Atemwege sind noch nicht vollkommen ausgebildet) sind sie allerdings tabu.

Erkältungsbad
Auch ein heißes Bad mit ätherischen Ölen kann Erkältungssymptome lindern oder einer anstehenden Infektion den Garaus machen.

Legen Sie sich abends in die heiße Wanne und entspannen Sie sich. Das Badewasser sollte nicht heißer als 38 °C sein und die Badezeit sollte 20 Minuten nicht überschreiten, um den Kreislauf nicht zu sehr anzuregen. Wer empfindlich ist, kann die Badetemperatur langsam auf 38 °C steigern. Menthol, Eukalyptus, Lavendel, Fichte und Rosmarin sind einige der Wirkstoffe, die einen wohlriechenden Dampf erzeugen, dem Körper beim Ausschwitzen helfen und die Nase frei machen. Sie gelangen über die Haut auch ins Blut und können dort ihre Wirkung entfalten. Auch gegen Gliederschmerzen hilft das heiße Bad. In der Wanne wärmt sich der Körper außerdem auf und die Durchblutung wird gefördert, was die Abwehr stärkt.

Finger weg bei Fieber!
Bei Fieber sollten Sie allerdings darauf verzichten, da das heiße Wasser den Kreislauf zusätzlich belastet. Für kleinere Kinder gibt es spezielle Bäder mit milden Ölen, die die Atemwege nicht reizen. Nach dem Bad: gut abtrocknen und sich mindestens eine halbe Stunde lang ausruhen, am besten in eine warme Decke gewickelt. Die Wärme des Wassers öffnet die Poren, und so nimmt der Körper auch ganz schnell wieder Kälte auf.

Wer sich ein Bad aus ätherischen Ölen selbst mischen will, sollte erst testen, ob die Haut nicht allergisch darauf reagiert. In gekauften Bädern sind Emulgatoren enthalten, die Hautreaktionen meist verhindern, weil sich die Stoffe gut mit dem Badewasser verbinden. Verwendet man pures Öl, schwimmt dieses direkt aber auf dem Wasser, was nicht jeder verträgt. Wer den Test besteht, kann sich unterschiedliche Öle besorgen und je einige Tropfen direkt ins Badewasser geben oder vorher mit etwas flüssiger Schlagsahne oder neutralem Öl vermischen.

Inhalieren kann jedoch nicht den Arzt ersetzen. Bei länger andauernden Beschwerden, starkem Husten, Schmerzen und Fieber sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen.

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