Yoga

Kennen Sie Yoga bislang nur vom Hörensagen? Dann probieren Sie es aus, denn es bedeutet bewusste Bewegung pur, und zwar für jede Altersgruppe und körperliche Verfassung.

Das Yoga-Prinzip
Yoga bietet eine ganzheitliche Methode für mehr Wohlbefinden und Gesundheit sowie das bewusste und harmonische Erleben des Körpers. Um Religion geht es dabei heute nicht mehr, wohl aber um erlebte Mobilisierung des Körpers.

Die Übungen setzen sich aus Körperstellungen (Asanas) zusammen - vom Spagat oder Kopfstand für Fortgeschrittene über rückenfreundliche Gymnastikanteile bis hin zum einfachen Aufrichten des Körpers oder Heben eines Beines.

Die Atemtechnik spielt dabei eine zentrale Rolle: Atmen Sie in aufrechter Haltung ganz bewusst langsam durch die Nase in den Bauch.

Auch Mantras, gebetartige Silben oder Wortfolgen, gehören zum klassischen Yoga. Sicherlich kennen Sie 'Om', eigentlich 'Om mani padme hum' - übersetzt: 'Om, Juwelen-Lotos, Heil'. Gebräuchlich sind auch Mantras wie 'Sa Ta Na Ma', 'Ra Ma Da Sa' oder 'Namu Myoho Renge Kyo'. Fließend oder singend ausgesprochen bewirken sie rasch eine meditative Stimmung. Selbstverständlich können Sie Yoga-Übungen auch ohne Mantras ausführen.

Yoga-Stile
Die meisten westlichen Yoga-Formen lassen sich unter dem Begriff Hatha-Yoga zusammenfassen - die entspannungsbetonte Variante, die sich für jedes Alter eignet und sanfte Körperübungen mit entspannenden Atemübungen und Meditation verbindet.

Beim Kundalini-Yoga darf man sich hingegen richtig anstrengen: Tiefe Stellungen (z. B. in der Hocke) und kraftvolle Gymnastikübungen gehören dazu. Die Energie fließt laut der Kundalini-Lehre dabei vom unteren Ende der Wirbelsäule langsam nach oben, bis sie durch den ganzen Körper strömt.

Lassen Sie sich nicht von Hunderten Yogastilen verwirren, die heute angeboten werden. Wichtiger als die Bezeichnung ist die individuelle Eignung für Ihr Übungsziel: Entspannung, Fitness, Kreislauf, Rückengesundheit, Beweglichkeit, Meditation - oder alles kombiniert? Auch für spezielle Indikationen wie Rückenschmerzen, Ängste oder Schwangerschaft werden Übungen und Kurse angeboten.

Führen Sie Yoga möglichst unter Anleitung und in der Gruppe durch, wärmen Sie sich zuvor auf und steigern Sie sich langsam. Volkshochschulen, Sportvereine, Fitnessstudios und Yogaschulen bieten dazu Kurse für jedes Übungsziel an. Wird das Angebot von gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst, haben Sie Gewissheit über die Qualifikation der Kursleitung und erhalten bis zu 100 % der Kosten zurück.

Gesundheitliche Wirkung
Laut der altindischen Philosophie reinigt Yoga die Energiebahnen des Körpers. Tatsächlich konnten Studien diesen Effekt, in das heutige Medizinverständnis übertragen, bestätigen: Yoga wirkt entspannend, beruhigend und aktivierend, verbessert Durchblutungs- und Schlafstörungen, Nervosität, Bluthochdruck, Angst, Kopf- und Rückenschmerzen. Mit regelmäßigen Übungen werden Sie entspannter, selbst-bewusster, aktiver und steigern Kraft, Ausdauer, Körperwahrnehmung und Beweglichkeit.

Übungsbeispiel Sonnengruß
Die Übung wirkt aktivierend und harmonisierend und kann mehrmals wiederholt werden:

  1. Im Stehen (Füße geschlossen) die Hände vor dem Brustkorb zusammenlegen und ausatmen.
  2. Einatmen und die Arme bis in die Senkrechte anheben, Körper nach oben strecken, Po anspannen.
  3. Ausatmen, dabei Oberkörper nach unten beugen, leicht in die Knie gehen und Hände seitlich der Füße auf den Boden legen.
  4. Einatmen und mit dem rechten Bein einen großen Ausfallschritt nach hinten ausführen - das rechte Knie berührt dabei den Boden, mit den Händen aufstützen.
  5. Atem anhalten und das linke Knie neben das rechte setzen.
  6. Ausatmen und mit Blick nach unten auf den Boden legen, Hände dabei neben der Brust aufstützen.
  7. Einatmen und dabei den Oberkörper anheben.
  8. Ausatmen und dabei das Becken bis zu einem umgekehrten V nach oben drücken, auf Fersen und Händen stehend.
  9. Einatmen und dabei mit dem rechten Fuß einen Ausfallschritt nach vorne ausführen, linkes Knie und Hände leicht (neben rechtem Fuß) aufgestützt.
  10. Ausatmen und dabei auch den linken Fuß nach vorne führen, Beine durchstrecken, Hände berühren den Boden.
  11. Wie Übung 2, Knie dabei leicht gebeugt.
  12. Im Stehen ausatmen und Arme senken.


Text: www.text-gesundheit.de

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